BULA! Schnorcheln mit Haien im Paradies [FIJI]

BULA! Schnorcheln mit Haien im Paradies [FIJI]

11.02.

Bula ist das Kia Ora Fiji’s – wobei man es deutlich öfter hört, da es hier wirklich anstelle vom “Hallo” verwendet wird. 

Das neu erlernte Wort können wir heute direkt verwenden, als wir Bula zu drei Riffhaien sagen können (soweit das Unterwasser beim Schnorcheln möglich ist). Wir schnorcheln etwa 5 Minuten mit dem Boot von der Unterkunft entfernt und das Riff ist relativ farbenfroh und sieht äußerst gesund noch aus, was in der heutigen Zeit leider nicht mehr gegeben ist auf der Welt. 

Neben den drei Haien (bis etwa 1,5 Meter und natürlich ungefährlich), die wir jeweils nur kurz sehen, da es sich eben um sehr scheue Tiere handelt, sehen wir noch eine kleine Schildkröte und einen Rochen. Und natürlich zahllose Fische in allen möglichen Farben des Regenbogens. 

Die Zeit im Wasser ist übrigens die einzige Zeit, in der wir aktuell nicht schwitzen. Unter 25 Grad wird es hier selbst nachts nicht und so geht man nach dem Duschen direkt wieder ins Schwitzen über – man ist also durchgehend nass. 
Das Homestay vermittelt uns das lokale Leben ziemlich und haben viel Zeit zum Lesen oder Entspannen. Die einzigen Fixpunkte im Tag sind das Frühstück gegen 8 Uhr morgens (wer sich immer diese Zeiten ausdenkt..), das Abendessen gegen 19 Uhr, sowie das Anschalten des Generators gegen 18 Uhr (bis 21 Uhr), wo wir unsere elektrischen Geräte laden können. Ohne WIFI werden die Händys jedoch fast durchgehend nicht benutzt und wir laden nur alle paar Tage GoPro und vielleicht mal den Laptop / das Tablet. 

Das Abendessen läuft dafür immer routinemäßig ab: es wird zum Essen gerufen, alle setzen sich, die Damen und Jungs bringen die Mahlzeit, es wird sich an die Hand genommen und der Älteste betet, es wird gegessen und am Ende folgt eine fast immer gleiche Ansprache des Ältesten. Das Abendessen wird übrigens per Klatschen wertgeschätzt, was ich in der Tat als tolle Form der Dankbarkeit halte. Das wenige was man hier hat, wird wert geschätzt und dies könnte ein Grund für die doch ziemlich zufriedenen Gesichter sein, in die wir hier immer blicken.
Nach dem Essen folgt meistens noch eine Runde Uno bzw. Karten, bevor dann um 9 Uhr das Licht ausgemacht wird und alle zu Bett gehen. Dem Bett fiebern wir nicht zu, hat es doch deutliche Verspannungen und sogar leichte Migräne am heutigen Tag hinterlassen.

Das Bett ist dabei noch fast das kleinere Übel, denn wir erhalten in der Nacht unerwünschten Besuch einer Ratte (BULA!). Diese hat bei uns im Müll etwas leckeres erschnüffelt und bei dem Versuch, sich einen Mitternachtssnack zu genehmigen, wird Katrin wach. Das angeschaltete Licht und das Verstauen des Mülls im Eimer mit Deckel vertreibt die Ratte zwar, aber ein leichtes ungutes Gefühl bleibt dennoch zurück. Gepaart mit Hitze und der Matratze, steht uns eine wenig erholsame Nacht bevor.

12.02.

Gegen die leicht verkaterte Stimmung (und das ohne Alkohol!) hilft nur das kühle (bzw. bei 26 Grad eher warme) Wasser und Schnorcheln im unglaublich klarem Wasser. Wir laufen mit einem österreichischen Pärchen (Eveline & David) wieder einmal über die Insel, an einem Luxusresort (Doppelzimmer ab 200 Euro die Nacht) und Richtung Blue Lagoon. Mit Schreck stellen wir fest, dass ein kleines Kreuzfahrtschiff das gesamte Bild des Strandes zerstört und für uns gleichzeitig bedeutet, dass wir wohl nicht auf das Gelände dürfen. 

Folgerichtig positionieren wir uns genau auf Höhe des ersten Verbotsschildes und machen es uns hier am Strand gemütlich. Viele Gäste sehen wir nicht, aber Hauptsache einen ganzen Strandabschnitt sperren. 

Freundlich begrüßt werden wir zumindest von ein paar Schweinchen, die doch sehr neugierig und vertraut auf uns zu kommen. Die Annahme ist wohl, dass sie hier öfters von anderen Touristen gefüttert werden. Wir behalten unser frisch erworbenes Bananenbrot aber natürlich für uns (Futterneid!). 

Nach ein paar Metern im Meer beginnt direkt das Riff zum Schnorcheln. Vielleicht liegt es an den Wolken und der fehlenden Sonne, aber die Korallen sehen deutlich ausgeblichener aus als gestern auf der anderen Seite der Insel. Bunte Fische in allen Größen und zumindest teilweise farbenfrohe Korallen bekommen wir dennoch zu Gesicht. Katrin sieht sogar Umrisse eines großes Fisches und wir denken, es könnte ein kleiner Hai gewesen sein.

Deutlich weniger Farben als am gestrigen Tag

Auf dem Rückweg merken wir bereits die Auswirkungen der starken Sonnenstrahlen und abends können wir dann beide einen leichten Sonnenbrand am Rücken vorweisen. Das ganze trotz eincremen und Wolken. Die entsprechenden Stellen werden mit Aftersun versorgt und wir passen wohl jetzt etwas besser auf, denn die Sonne ist in diesem Teil der Welt deutlich intensiver als wir es gewohnt sind. 

Der Abend ist Routine: Abendessen, Ansprache und Dankbarkeit, Uno. Da der Älteste den ganzen Tag mehr oder weniger nichts zu tun hat, ist er umso erfreuter über das abendliche Kartenspielen – wir können daher nicht wirklich “Nein” sagen und ganz lustig ist es teilweise dann ja doch schon.

Die Nacht steht unter dem Motto: Die Rückkehr der Rate – jetzt ist recht! (so oder so ähnlich)

Es quickt und das etwa ab Mitternacht und ab da durchgehend. Dazu rast unser Freund von gestern durchs Dach und wir sehen ihn immer wieder über Balken laufen. Wir haben dieses Mal nichts Essbares im Zimmer und wundern uns daher – das Quicken deuten wir eventuell als junge bzw. Babyratten. Es steht in jedem Fall fest, dass dies wieder eine äußerst unruhige Nacht mit wenig Schlaf wird.

13.02.

Des Rätsels Lösung ist, dass es sich nicht um Babyratten handelte, sondern um eine kleine Ratte, die in einer Falle gefangen war. Dies erklärt auch das hektische Verhalten der von uns beobachteten Ratte. Wir sind zwar etwas geschafft, aber sind dennoch sogar recht gut erholt und vor allem entspannt.

An dem Gemütszustand ändert auch wenig, dass der Sonnenbrand noch da ist. Wir werden uns dann heute wohl eher im Schatten aufhalten. Etwas anderes, was noch da sein sollte im Gegensatz zum Sonnenbrand, fehlt dagegen: meine Flipflops. Diese lagen zusammen mit Katrin’s in der Nacht draußen vor unserer Hütte, sind am Morgen jedoch nicht mehr aufzufinden. Da Katrin Männerstimmen nachts vernommen hat, liegt die Vermutung nah, dass die besagten Stimmen meine Schuhe entwendet haben. Warum man auf so einer Insel Schuhe klaut, bleibt mir jedoch schleierhaft. Trotz der Größe der Insel ist es jedoch höchst unwahrscheinlich, dass ich sie wieder erhalten werde, obwohl mir die freundlichen Familienmitglieder versichern, dass sie die Augen offen halten werden. 

Getreu dem Motto “alles kommt, alles geht” ist das Verschwinden zwar etwas ärgerlich, aber eben auch nicht mehr änderbar. Und wenn jemand die Schuhe wirklich so dringend benötigt, dass er sie klauen muss, dann braucht er sie wohl dringender als ich. So bleibt die einzige Handlung, uns vorzunehmen in Sydney neue Flipflops zu kaufen und die anderen Gäste anzuhalten, gut auf ihre Sachen aufzupassen.

Aufgrund des selbstverordneten Sonnenverbotes für heute, verbringen wir den Hauptteil des Tages mit Lesen, Reise planen und entspannen. Wir laufen ins nahgelegene Homestay und dürfen dort gegen eine kleine Gebühr das WIFI nutzen – dazu genießen wir eine kühle Kokosnuss und gucken, was so in der großen weiten Welt passiert bzw. welche Teile noch in den nächsten Monaten entdecken wollen.

Der aktuelle Plan sieht übrigens wie folgt aus, ändert sich aber auch mal gerne alle paar Tage: Fiji – Sydney – Indonesien – Laos – Kambodscha – Malaysia – Singapur – Borneo (Malaysia) – Philippinen – Taiwan – Japan – Thailand. 

Der Tag ist dennoch ein schöner, denn wir können dankbar sein für eine kühle Briese und das leckere Essen (um nur mal zwei Punkte aufzuzählen). Das Highlight ist jedoch, als wir auf die glorreiche Idee kommen, die Matratze an die Seite zu stellen und nur auf Topper (paar cm dick) und einer Art Bettkasten zu schlafen. Das Bett ist nun zwar deutlich härter, aber dies ist um Längen angenehmer als wie im Treibsand im Bett zu versinken.

Eine Triologie wird die Geschichte mit der Ratte (zum Glück) ebenfalls nicht, daher genießen wir eine ruhige Nacht, während etwa einen Meter Luftlinie von uns entfernt die Wellen sanft am Strand brechen.

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