Ein Monat in Deutschland – das größte Abenteuer von allen? [DE]

Ein Monat in Deutschland – das größte Abenteuer von allen? [DE]

Ein Monat ist mittlerweile vergangen, seit wir am Düsseldorfer Flughafen zurück in Deutschland begrüßt wurden.

Was hat sich verändert? Was hat die Reise mit uns gemacht? Und wo ist plötzlich unser Reisealltag eigentlich hin?

Dies sind nur ein paar der Fragen, die durch den Kopf geistern. Die Umstellung ist hart, um mal zu versuchen es kurz und knackig auf den Punkt zu bringen.

Dabei durchlaufen Katrin und ich völlig unterschiedliche Prozesse: Während Katrin nach nur einer Woche Eingewöhnungszeit wieder in das alltägliche Leben der Arbeit geworfen wird, habe ich etwas mehr Zeit zur Verfügung.

Und die wäre auch dringend für uns beide notwendig – gefühlt alles ist nämlich anders. Oder haben wir uns einfach verändert und der Rest ist gleich geblieben?

Der Kleiderschrank voll, obwohl noch gar nicht die Sachen aus dem Backpack verstaut sind. Wer braucht bitte so viele Klamotten? Auch Katrin ist sichtlich überfordert mit der Anzahl an Kleidung und generellem Zeug, was wir wieder in unserer Wohnung unter bringen müssen.

Sechs Monate aus einem Rucksack leben ist wohl die beste Möglichkeit, zum Minimalisten zu werden. Und wenn wir ehrlich sind, viel vermisst haben wir in der Zeit nicht.

Nächste existentielle Frage: Warum sind wir nun eigentlich so oft drinnen? Irgendwas läuft hier doch falsch. Der deutsche Sommer begrüßt uns zwar mit heißen Temperaturen, aber wo ist bitte das Meer und der Strand hin? Als wir letzte Mal geschaut haben, waren sie doch noch um die Ecke…

Dies ist einer der Punkte, der nicht in Vergessenheit geraten soll von der Reise. Aber wie das Leben so spielt, vergeht auch in Deutschland die Zeit ohne einem die Möglichkeit zu bieten, einfach mal auf Pause zu drücken. (Dieser Verbesserungsvorschlag wird zugleich beim zuständigen Amt eingereicht!)

Was wir auf Lembongan versucht haben hinsichtlich Reflektion und Verarbeitung der vergangenen Zeit, muss eigentlich in Deutschland weiter gehen. Wir wollen die Erinnerungen und das positive Gefühl so gut es geht aufrecht erhalten – einfacher gesagt, als getan.

Viel hat sich natürlich auch in Deutschland geändert und so kommt es erschreckend selten zu tiefgründigen Gesprächen über unsere Reise… die Erinnerung verblast damit schneller, als uns lieb ist. Zumindest uns bleiben zahllose Insider und immer mal wieder kommt einem von uns ein Geistesblitz mit einem weiteren unglaublichem Erlebnis.

So viel Wertvolles haben wir gelernt und so viele Möglichkeiten wurden uns geboten, dadurch Geschehnisse in neue Perspektiven zu rücken. Warum Sorgen um Kleinigkeiten machen, wenn in einigen Ländern die Menschen auf das nächsten Gehalt warten müssen, um ihre Familie zu ernähren?

So viel Freundlichkeit haben wir erfahren und in uns aufgesogen, aber schon beim Empfang durch unfassbar gestresstes und missmutiges Flughafenpersonal, scheint ein Teil davon zu verblassen. Wieso schaffen es Menschen in ärmlichen Verhältnissen ihre Freude zu behalten und an uns weiterzugeben, während das in Deutschland öfter nicht der Fall zu sein scheint?

Fragen über Fragen, deren Beantwortung uns wohl noch einige Zeit beschäftigen wird.

So versuchen wir also, anhand von Bildern und demnächst auch in Form vom Lesen vergangener Blogs, die Reise so präsent wie möglich zu halten.

Stand Up Paddeling auf einem See hilft glücklicherweise ebenfalls ganz gut, die Erinnerung aufrecht zu erhalten.

Einige positive Veränderungen sind dann aber natürlich auch nicht von der Hand zu weisen: Wir sind deutlich sensibler bei dem Thema Plastik und versuchen soweit es geht darauf zu verzichten, indem wir beispielsweise in “Unverpackt-Läden” einkaufen gehen. Auch der Fleischkonsum ist deutlich gesunken und sorgt so für einen etwas nachhaltigeren Haushalt in Summe. Es sind zwar nur Kleinigkeiten, aber unserer Ansicht nach dringend notwendige.

Ein Highlight will ich euch natürlich nicht vorenthalten: Der richtige Verlobungsring hat endlich seinen Weg an Katrin’s Finger gefunden (auf der Reise handelte es sich ja nur um ein Muster). Der Ring beschert uns bei jedem Anblick ein breites Grinsen und wird uns so immer an die Zeit auf der anderen Seite der Welt erinnern (falls nicht, sind die Koordinaten des Fox-Gletscher im Ring eingraviert – da kann also nichts schief gehen!).

Was steht also als nächstes an bei uns?

Was die Zukunft bringt, ist aktuell relativ offen – bei mir zumindest. Katrin hat ihren Alltag zurück, aber die nächste Reise kommt bestimmt. Ich befinde mich noch in einer Art Findungsphase und erarbeite ein Konzept für ein potentielles eigenes Unternehmen. Gucken wir mal, was da am Ende bei raus kommt. Parallel treibt mich die Sehnsucht nach dem Meer und vor allem den Wellen (Stichwort Surfen) eventuell nochmal nach Nordspanien oder Portugal für ein paar Wochen. Es ist auch mal schön, wenig Sicherheit zu haben, denn wie ich einst gelesen habe: “Unsicherheit bedeutet Freiheit”.

Sicher in naher Zukunft ist und bleibt natürlich die Hochzeit, für die wir weiterhin keinen festen Termin haben. Fest steht aber, dass es eine weitere Reise danach ansteht (schätzungsweise zwei bis 26 Wochen), was auch sonst 😉

Mit diesen Worten komme ich dann auch zum Ende unseres kleinen Zwischenberichtes. Sollte ich bald surfen gehen, folgen natürlich weitere sporadische Berichte, sonst werden nach und nach unsere anderen vergangenen Reisen aufgearbeitet und veröffentlicht.

Danke fürs Lesen 🙂

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