Für einen Zahn nach Kandy [LKA]

Für einen Zahn nach Kandy [LKA]

In Kandy werden wir von einem älteren Herren empfangen, der direkt am ersten Abend für das Highlight der gesamten Zeit in der Stadt sorgt (auch wenn dies nur zwei Tage in Summe sind).

Auf der Suche nach einer Essensempfehlung sprechen wir unseren Gastgeber an und fragen nach günstigem und lokalen Essen – kurz daraufhin laufen wir gemeinsam mit ihm durch dunkle Gassen und befinden uns auf dem Weg zu seinem Stammlokal. 

Letztendlich zahlen wir ein paar Euro und können uns an typischem Essen (Hähnchen, Curries, Reis) satt essen – das ist es, warum wir so gerne reisen: Essen! Nicht ausschließlich, aber ohne kulinarische Erfahrungen würde unseren Reisen wahrscheinlich ein erheblicher Aspekt fehlen.

Am nächsten Morgen steht der obligatorische Besuch bei DER Sehenswürdigkeit in Kandy an: der Zahntempel. In einer goldenen Kuppel soll hier ein Zahn Buddhas sein, was dazu führt, dass dieser Tempel einer der heiligsten Orte der Buddhisten ist. Entsprechend pilgern jedes Jahr unzählige Menschen hierhin, um zu beten und Opfergaben zu überbringen. 

Wir stolpern da nur irgendwie so rein und werden natürlich direkt von einem Guide angesprochen, der uns den Tempel zeigen will. Dass er dafür Geld verlangt, wird uns erst später klar, aber dafür erhalten wir eine persönliche Tour und können uns an einigen Menschenmassen geschickt vorbei quetschen, um zumindest einen Blick auf die goldene Kuppel zu werfen – den Zahn bekommen wir nicht zu Gesicht, aber hey… es ist eben auch nur ein Zahn.

Schultern und Knie müssen natürlich dennoch bedeckt werden.

Den restlichen Tag verbringen wir mit einem Fahrer, der mit uns die Sehenswürdigkeiten der Region abklappert. Dazu gehören ein Juwelier für Jade-Steine (jap, sie wollen uns was verkaufen), eine Teefabrik, ein Kräuter Garten (das werde ich noch bereuen) und ein botanischer Garten (“lauf, da kommen sie wieder!”).

Aber eins nach dem anderen.

In der Teefabrik werden wir durch die Hallen geführt und können hautnah die Produktion des so bekannten Tees aus Sri Lanka erleben. Wir wussten zum Beispiel nicht, dass es sich bei grünem und schwarzen Tee um dieselben Blätter handelt, die nur auf unterschiedliche Weise behandelt werden. 

In Summe ist die Führung aber eher kurz und knapp gehalten – zum Glück werden wir in Ella noch eine weitere Fabrik begutachten dürfen (Achtung Spoiler), die uns deutlich mehr Einblicke geben wird.

Nach diesem Stopp sind wir etwas überfragt, was die weitere Planung angeht und so überlassen wir diese dem Fahrer. Zu viel Vorbereitung macht ja dann auch irgendwann keinen Spaß mehr. 

Also werden jetzt Orte abgeklappert, wo den Touris was verkauft werden kann. Was auch sonst? Erster Stopp ist ein Juwelier für Jade-Steine, die in Sri Lanka ebenfalls als Exportschlager gelten. Eine kleine Führung im Museum ist ganz spannend, führt aber letztendlich nur zum Angebot des Ladens, wo uns die kleinen aber deswegen nicht günstigen Steine verkauft werden wollen. Kein Bedarf, kein Geld, wir sind raus – muss ja nicht alles mitmachen, was einem so aufgetischt wird.

Danach landen wir in einem Garten, in dem verschiedene Kräuter angepflanzt werden. Eine Führung bekommen wir natürlich auch kostenlos, aber es handelt sich um das gleich Konzept wie beim Juwelier. Nur dass uns diese Führung inhaltlich deutlich mehr anspricht. Verschiedene Pflanzen und Kräuter werden erklärt und gezeigt… und ausprobiert. Eine Pflanze ist wohl gut zur Haarentfernung, was bedeutet, dass mein Bein zum Beweis herhalten muss.

Die Creme aus den Kräutern wird aufgetragen und nach ein paar Minuten abgewischt – zack, das war es mit einem kleinen Fleckchen Haare auf meinem Bein.

Dieses Mittel wird wohl auch von buddhistischen Mönchen verwendet, um sich ihrer Haare zu entledigen. Jetzt sind nicht nur sie, sondern auch ich ein Beweis für die Wirksamkeit, wobei ich meine Haare am Bein dann doch gern wieder haben würde und wohl kein Abnehmer werden.

Irgendwie schaffen sie es aber dann doch, uns etwas zu verkaufen. Weil ich diesen Block fast zwei Jahre im Nachhinein schreibe, weiß ich jedoch leider nicht mehr, was es war. Das sagt dann auch schon alles aus über den Kauf, den wir uns definitiv hätten sparen können wahrscheinlich. 

Den letzte Stopp legen wir in einem botanischen Garten ein. Die eigentliche Attraktion dabei? WIR! Zumindest aus Sicht diverser Schulgruppen, die anscheinend die Aufgabe bekommen haben, mit Touris ihr Englisch zu üben. 

Beim ersten Mal ist es noch witzig, beim zweiten Mal schon weniger. Ab diesem Zeitpunkt versuchen wir nur noch, den Schülergruppen aus dem Weg zu gehen und so wird daraus eine Art Versteckspiel – das ist dann doch wieder ganz lustig. Und vom Park erhaschen wir so auch viele Eindrücke und erkunden die meisten Ecken. 

Die nettere Gesellschaft sind dabei mehrere Horden von Affen. Die plündern zwar die Mülleimer, wollen aber wenigstens keine Selfies mit uns machen!

Gebildet scheinen sie zudem auch zu sein…

Damit geht der Tag in Kandy vergleichsweise schnell um, aber viel Zeit bleibt nicht, denn morgen steht die angeblich schönste Zugstrecke der Welt auf dem Programm – wir sind gespannt!

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