Golden Bay, Abel Tasman Nationalpark und ein kulinarisches Highlight [NZ]

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19.01.

Heute geht es in den Abel Tasman Nationalpark und in die sogenannte Golden Bay – der nörd-westlichste Teil der Südinsel. Vorher wird noch schnell in Motueka eingekauft und dann geht es bereits in das etwa 1,5 Stunden entfernte Takaka.

Takaka ist ein ein Hippie-Ort. Das fasst es wohl am besten zusammen. Ein paar nette Cafes und alternative Läden bilden das Stadtzentrum und wir lassen uns direkt mal auf einen Eiskaffee in einem solchen nieder.

Theoretisch ein guter Ort, um den neuen Blog hochzuladen, aber da spielt das WIFI leider nicht mit. Wir setzen uns daher noch für 10 Minuten vor die Bibliothek, denn dort gibt es vernünftiges und kostenloses WIFI. Die Bibliothek selber ist zwar zu, auf einem Schild steht jedoch das Passwort gut lesbar – dies lockt ein paar weitere Internet-Bedürftige an, mit denen man sich die Stufen vor dem Gebäude teilt. 

Es geht weiter Richtung Meer, aber hier macht uns der Wind einen Strich durch die Rechnung. Böen um die 50 km/h lassen uns den Sand nur so um die Ohren fliegen und so macht Sonnenbaden definitiv keinen Spaß. Auch nicht, wenn es 28 Grad draußen sind. Wir brauchen ja auch kein Meer zum Abkühlen, denn wir haben zum Glück eine “Klimaanlage” im Auto, die uns schön kühl hält während der Fahrt! Es sind also etwa 35-40 Grad im Auto..

Der Campingplatz ist dafür tatsächlich ein Segen – wir finden einen Platz unter einem Baum, sind windgeschützt weitestgehend und können direkt in einen kalten Fluss springen. Um uns herum viele Hippies, die sich irgendwie alle zu kennen scheinen. Jeder grüßt auf jeden Fall jeden und bis jetzt wirkt alles ganz friedlich.

Das ändert sich abends, als die Trommeln und das Dtscheridu zum Einsatz kommen – der Spaß geht etwa bis 1 Uhr nachts und Katrin versucht es sogar mit Ohropax (erfolglos). Ich kann halbwegs vernünftig schlafen zum Glück, aber Katrin macht kaum ein Auge zu.

20.01.

Die letzte Nacht hat etwas ihre Spuren hinterlassen – aber nichts, was ein frischer Kaffee (Wundermittel) und ein leckeres Frühstück (tatsächlich gesund) wieder gerade biegen könnten. Ich war vorher bereits kurz im heute noch kälteren Fluss und bin daher schon äußerstes wach (Kaffee geht dennoch).

Auf der Liste steht jetzt der Farewell Spit, eine schmale Landzunge im äußersten Norden der Südinsel, die 26 km lang ist und nur teilweise betreten werden darf, da es sich auch um ein Naturschutzgebiet (hauptsächlich für Vögel) handelt.

Beim Infocenter gibt es ein Cafe mit nettem Ausblick. Wir genehmigen uns einen Espresso (mehr Kaffee!) und einen Double Chocolate Chip Muffin – spätestens jetzt ist die Stimmung wieder oben und es kann auf eine kleine Wanderung gehen.

Wir brauchen etwa 2 Stunden für die 6 km und laufen dabei am Meer entlang, durch einen Wald und über Dünen wieder ans Meer (andere Seite der Landzunge). Der Wind von gestern hat sich entschieden den Sonntag nicht frei zu nehmen und bläst wieder mit der gleichen Stärke. Dies macht sogar Sandkörner zu kleinen Geschossen, ist aber irgendwie auch ganz witzig (Stimmung weiterhin oben!), so wie wir da durchgepustet werden. 

Wir erreichen Fossil Point und finden zwar keine Fossilien (lebend oder tot), dafür echte Robben (lebend), die sich am Strand sonnen und sich nicht durch die paar Wanderer stören lassen.

Zurück geht es über Weiden und wir laufen zwischen Kühen und Schafen zum Camper. Der Track ist generell sehr leer und wir treffen kaum Menschen, was das ganze nochmal einen Tick schöner und aufregender macht.

Nur ein paar Minuten entfernt liegt der Campingplatz (ratet mal wo in der Nähe) und wir beobachten nur noch, wie die Flut sich das Land langsam zurückerobert.

21.01.

Ohne laute Trommeln lässt es sich doch gleich viel erholsamer schlafen. Kaffee und Frühstück müssen dennoch sein und so wird es ein etwas späterer Start in den Tag. Heute geht es eher um kulinarische Erfahrungen, aber vorher steht noch eine kurze Wanderung (40 Minuten, 2 km) zum Wharariki Beach an.

Es soll hier eine Robbenkolonie geben – die zeigen sich aber nicht, entweder aufgrund des immer noch pfeifenden Windes oder aufgrund der Tatsache, dass wohl recht viele Touristen dies sehen wollen. Wahrscheinlich sind sie zum Fossil Point von gestern, an dem es leerer war.

Wir müssen nur wieder die Reise nach Süden antreten und stoppen erneut in Takaka, um ein, zwei Kleinigkeiten (ein neues Haarband soll es sein) zu erledigen, bevor es zum heutigen Highlight geht: Anatoki Salmon.

Dort kann Lachs gefischt werden, der dann frisch zubereitet wird. Für uns zwei Sushi- und Fisch-Liebhaber natürlich ein Traum! Das Angeln ist kostenlos und die Ausrüstung wird zur Verfügung gestellt. Die Fische werden hier gezüchtet und sind zahlreich im Teich vorhanden, weswegen es wohl kein großes Problem sein sollte, einen Fang zu erzielen. Dennoch benötigen wir etwas Hilfe, bis wir endlich einen Fisch mit 1,25 kg an Land ziehen (es war doch schwerer und wir waren hungrig). Auch das schnelle Töten des Tieres muss hier selber übernommen werden, was dem ganzen nochmal eine andere Perspektive verleiht – ist schon was anderes, als der abgepackte Fisch vom Rewe. 

Wir entscheiden uns ein Filet des Lachses räuchern zu lassen und das andere als Sashimi  (roher Fisch wie beim Sushi) zubereiten zu lassen. Der Fisch (etwa 600 Gramm bleiben übrig nach dem Zerlegen) inklusive Zubereitung, Beilagen und 2 Gläsern Wein (ausnahmsweise!) kostet uns 48 Euro – ein völliger fairer Preis für den frischsten Fisch, den wie je gegessen haben. 

Komplett gesättigt und glücklich (hier im direkten Zusammenhang stehend) geben wir dem Campingplatz mit den Trommlern nochmal eine Chance. Wir stellen uns etwas weiter vom Fluss / Strand hin, um ggf. nicht wieder alles direkt mitzubekommen. Statt Trommeln spielt neben uns ein Pärchen Geige und Gitarre und singt dazu – auch wenn es nur ein kurzes Vergnügen ist, dennoch eine nette Abwechslung. Hier sind wir richtig.

22.01.

Wir verlassen die Region heute nach einem Besuch bei der größten Süßwasserquelle der Südhalbkugel, den Te Waikoropupu Springs – einem Ort, der sogar für die Maori heilig ist. Hier sprudeln sekundlich 14.000 Liter Firschwasser aus dem Boden.

Auf dem Weg zum Campingplatz stoppen wir am Straßenrand, um frisches Obst zu kaufen. Bezahlt wird eigenverantwortlich per Honesty Box (Ehrlichkeitsbox) – wieder ein Zeichen, wie viel Vertrauen und Gutmütigkeit die Neuseeländer doch haben. Für ein Beutel Pfirsiche und einen Beutel Grapefruit zahlen wir knapp 5 Euro – wie beim Fisch gestern gilt, für so frisches Obst völlig ok und lecker ist es ja auch.

Der Campingplatz hat sogar eine kalte Dusche – klingt vielleicht nicht besonders, wir schätzen es aber definitiv wert. Schön, wenn man für Kleinigkeiten so eine Dankbarkeit entwickeln kann, finden wir.

Noch so eine Kleinigkeit: der beeindruckende Blutmond aus neuseeländischer Sicht

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