Luang Prabang – Die schönste Stadt in Asien [LAOS]

Luang Prabang – Die schönste Stadt in Asien [LAOS]

10.04.

Erneut befinden wir uns an einem Flughafen, dieses Mal in Pakse. Um etwa 24 Stunden Busreise nach Luang Prabang zu umgehen, haben wir uns entschlossen lediglich 1,5 Stunden im Flugzeug zu verbringen – ist zwar etwas teurer, aber man gönnt sich ja sonst nichts!

Der Flughafen hat vier Checkin Schalter und zwei sehr kleine Wartehallen (eine für internationale und eine für nationale Flüge): es ist also sehr überschaubar. Bevor wir uns versehen, sind wir bereits in Luang Prabang gelandet und sitzen gemeinsam mit einem Spanier im Taxi Richtung Stadt. Die Taxis haben einen Festpreis für bis zu drei Personen und so sparen wir alle gemeinsam ein wenig.
An unserer Unterkunft ist nichts auszusetzen: Bett, Klimaanlage, ein wenig Abstellfläche und eigenes Bad. Alles, was wir aktuell brauchen eben. Somit wäre auch schon das erste Grundbedürfnis gedeckt und es wird Zeit für die Nahrungsbeschaffung. 

Dazu treibt es uns auf den Nachtmarkt samt eigener kleiner Straße für lokales Essen – ein Traum! Die leicht verrauchte Gasse bietet eine grandiose Auswahl von Grillgerichten (Fleisch und Fisch), Salatbuffets (ein Teller für 1,50 Euro), Obst- und Smoothieständen, sowie kleinen Restaurants mit kompletten Gerichten a la carte.

Mit frisch gebratenem Hähnchen und frisch pürierten Smoothies stärken wir uns, bevor wir noch ein wenig über den Nachtmarkt schlendern. Letzteren werden wir definitiv nochmal zum Erwerb von Souveniers besuchen, denn es handelt sich um einen reinen Markt für uns Touristen, was dennoch ein tolles Angebot an allem möglichem Krimskram bedeutet.

11.04.

Der erste ganze Tag in Luang Prabang steht unter dem Motto “einfach mal laufen und Augen offen halten”. Natürlich beginnen wir damit erst, nachdem wir halbwegs ausgeschlafen haben – so gehört sich das nämlich eigentlich und wir kommen irgendwie nicht sehr oft dazu auf unserer Reise.

Die Stadt hat für uns tatsächlich den Titel “Schönste Stadt in Asien” verdient – sie ist zum Einen nicht zu groß, also keine Wolkenkratzer (nicht mal mehr als dreistöckig sogar) und vor allem kein allzu großer Lärm, und zum Anderen besitzt sie schöne Häuschen, viele Cafes und eine tolle Lage direkt am Fluss. Einige Tempel runden das schöne Stadtbild ab und wir fühlen uns ziemlich wohl.

Hätte die Stadt uns selbst nicht überzeugt, wären wir spätestens nach dem Abendessen hin und weg gewesen. Wir suchen ein laotisches BBQ Restaurant auf, für das wir zunächst über eine Bambusbrücke laufen müssen. Diese wird immer nur für 6 Monate in der Trockenzeit aufgebaut, da sie die Regenzeit nicht unbeschadet überstehen würde. Ist eben alles ein wenig anders hier in Asien.

Im Restaurant wählen wir zunächst die Fleischsorte aus (Hähnchen und Büffel) und erhalten kurz danach unseren eigenen kleinen Tischgrill. Ein Eimer mit den Kohlen wird in einem extra dafür vorgesehenen Loch im Tisch abgestellt und dort drauf kommt der spezielle Aufsatz. Der Rand wird mit Brühe befüllt, in welcher Gemüse, Eier und Nudeln zubereitet werden, und auf der Spitze kann das Fleisch gebraten werden. Als weitere Gewürze stehen eine leicht scharfe Soße, frische Chilis und frischer Knoblauch zur Auswahl. Wir sind also im kulinarischen Himmel! Die Brühe wird mit jeder Minute leckerer und so genießen wir das Essen, bis alles verputzt ist und wir papp satt sind.

12.04.

Am heutigen Tag steht ein Tour auf dem Plan, die zwei der “Highlights” außerhalb von Luang Prabang abdecken sollen: Höhlentempel und Elefanten. Für den Besuch bei den Elefanten haben wir bewusst nur das “Baden” mit den grauen Riesen gebucht – eigentlich eine gute Idee, aber es kommt mal wieder anders. 
Die Anreise im Minibus wirkt unorganisiert und sobald wir bei im Elefanten Camp angekommen sind, heißt es nur: erst reiten, dann füttern, dann baden. Wir sind so sehr mit der Situation überfordert, dass wir, bevor wir uns versehen können, auf einem der Elefanten sitzen.

Angeblich müssen die Tiere hier nur ein paar Stunden am Tag “arbeiten”, wobei sie auch nur bis zu 200 kg tragen anstatt der 800 kg, zu denen sie eigentlich in der Lage wären. Die gute Pflege beruhigt das Gewissen etwas, aber das ungute Gefühl bleibt. Dazu natürlich auch ein wenig der Ärger über sich selbst, in dem Moment nicht bewusst genug gehandelt zu haben, aber das ist im Nachhinein immer einfacher gesagt als getan.

Nach den etwa 10 Minuten auf dem Rücken des Elefanten sind wir wieder am Ausgangspunkt. Ein hektischer Guide fragt uns, was wir für eine Tour gebucht haben, um uns dann Richtung Bootsanleger zu bugsieren. Hier werden zum Glück auch die Elefanten gebadet – ein Vergnügen, das ich mir nicht nehmen lasse… nachdem Katrin dem Guide mitteilt, dass ich das gern machen würde. Da bereits ein Boot mit weiteren Touristen auf uns wartet, bin ich erneut leicht überfordert mit der ganzen Situation und Tour im Allgemeinen.

So oder so sitze ich also wieder auf dem Rücken des Elefanten, dieses Mal ohne Sattel. Kurz vor dem Beginn hieß es noch, dass es nass werden wird. Ich weiß also, was mich erwartet – bis der Elefant quasi ganz untertaucht und mich hüfthoch im kalten Mekong-Wasser sitzen lässt. Hat ja keiner gesagt, wie kalt das eigentlich ist! Nach dem ersten kleinen Schock wird fleißig mit einer Art Rinde weiter geschrubbt und der Elefant gereinigt. Das Gewissen wird dabei gleichzeitig ein wenig mit rein gewaschen, was den Ausflug etwas positiver im Kopf hinterlässt.

Entlang des Mekong steuern wir Richtung Höhlentempel, der zunächst so voll ist, dass unser Boot nicht anlegt, sondern etwas entfernt wartet.

Zumindest mit schöner Aussicht

Als es dann “leerer” zu sein scheint, gehen wir an Land und haben genau 30 Minuten Zeit für die beiden Höhlen, in denen zahllose Buddhastatuen in diversen Ausführungen zu finden sind. Eigentlich ganz schön, aber es ist wiedermal deutlich zu voll. Zudem ist die Zeit sehr knapp bemessen, sodass wir nicht wirklich zum Genießen kommen. Noch viel erschreckender, sind die Einheimischen, die versuchen etwas an die zahlreichen Touristen zu verkaufen. Im Prinzip nicht verkehrt, jedoch werden hier lebendige Vögel in kleinen Käfigen und Fische in Plastiktüten verkauft, die nach dem Kauf freigelassen werden – ratet mal, was danach passiert! Richtig, die Tiere werden erneut eingefangen. Das Problem liegt hier offensichtlich nicht nur bei den Einheimischen, die nur versuchen etwas Geld zu verdienen, sondern bei den Touristen, die dies durch einen Kauf tatsächlich unterstützen.

Ein Mittagessen ist zwar noch bei der Tour inklusive, aber in Summe sind wir nicht wirklich zufrieden und froh, wieder in Luang Prabang zu sein. Beim Schlendern gestern hatten wir einige Touranbieter gesehen, bei denen im gesamten Elefantencamp kein Reiten angeboten wird – diese würden wir daher deutlich eher empfehlen und auch selber buchen, wenn wir das nächste Mal diese Gelegenheit erhalten.

Wir sind gegen 14 Uhr zurück in der Stadt und das bedeutet: Zeit für einen Kaffee! Bevor wir den Bus verlassen, werden wir noch Teil einer aus unserer Sicht sehr amüsanten Szene: Im Bus sitzen zwei Franzosen, die den Guide fragen, ob es jetzt zum Wasserfall ginge. Dieser wäre Teil der Ganztagestour gewesen, die mit einem anderen Bus fortgeführt worden wäre. Bei der Abfahrt wurde auch “nur” viermal gefragt, ob alle Personen in diesem Bus zurück nach Luang Prabang fahren und Teil der Halbtagestour wären – vier Mal! Laut und deutlich! Wie man das überhören konnte, entzieht sich unserer Vorstellungskraft, und auch der arme Guide ist völlig überfordert mit der Situation. Zum Wasserfall fährt der Bus jedenfalls heute nicht mehr und so haben die beiden Kollegen leider etwas schmerzhaft die Lektion gelernt, beim nächsten Mal etwas aufmerksamer zu sein.

Ebenfalls genug Zeit bleibt für den längst überfälligen Besuch bei einem Friseur, bei dem ich seit Neuseeland nicht mehr eingekehrt bin (Wahnsinn, dass das bereits 3 Monate her ist!). Wie es der Zufall will, sehe ich auf dem Weg dorthin zwei Elefanten in den Straßen – selbst die Einheimischen sind verwundert und so ziemlich jeder zückt das Handy, um ein paar Bilder zu machen. Die beiden Elefanten sind übrigens für das laotische Neujahr (gleichbedeutend mit dem buddhistischem Neujahr) in der Stadt.

Mit neuer Kurzhaarfrisur machen wir uns später auf den Weg zum Nachtmarkt, um das ein oder andere Souvenier bzw. Mittbringsel zu erwerben. Praktischerweise liegt die Gasse mit dem Streetfood ja auch auf dem Markt (da hat jemand nachgedacht) und so können wir im Anschluss direkt unser Abendessen genießen. Wir treffen auf einen alten Bekannten aus Kambodscha (Koh Rong) und quatschen ein wenig über Reiserouten und -tipps mit ihm, bevor wir uns auf den Weg nach Hause und ins Bettchen machen.

13.04.

Letzter Tag in Luang Prabang und uns ist nach… nichts. Die Reisemüdigkeit setzt erneut ein und da wir mittlerweile gelernt haben damit umzugehen, finden wir uns gegen Mittag in einem Cafe wieder. Das halbwegs stabile Internet nutzen wir zur weiteren Reiseplanung, die doch mehr Zeit in Anspruch nimmt als gedacht.

Bei den normalen Urlauben hatten wir immer mehrere Monate, um uns vernünftig einzulesen und vorzubereiten, während wir hier kaum Zeit dazu finden. So entsteht sogar manchmal ein wenig Stress aufgrund schnell teurer werdender Flugpreise oder rein aufgrund der geringen verleibenden Zeit, die bist zum nächsten Stopp nur noch übrig bleibt. Mit der fehlenden Vorbereitung geht die Vorfreude natürlich etwas verloren und wir verpassen teilweise auch Dinge, wie die heute statt findende Parade mit den Elefanten, die wahrscheinlich direkt um die Ecke durch die Straßen wandert. Die lange Reise am Stück hat eben nicht nur Vorteile, aber in Summe ist es natürlich weiterhin eine äußerste Freude, die wir erleben dürfen.

So verbringen wir ein paar Stunden im Cafe und laufen danach nur noch ein wenig durch die Stadt, in der allmählich die Feier zum Neujahr beginnt. Die Feierlichkeiten dauern mehrere Tage und sind bekannt durch die Wasserschlachten, die auf den Straßen statt finden. So erblicken wir auch heute bereits die ersten Kinder und Touristen, die mit Wasserpistolen ausgestattet für ein wenig Abkühlung sorgen. Alles noch eher im kleinen Rahmen, denn richtig los gehen soll es morgen. 

Vorbereitung auf große Fest

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