Singapur entdecken zu viert [SGP]

Singapur entdecken zu viert [SGP]

17.04.

Ab heute werden wir Singapur nicht mehr zu zweit, sondern zu viert erkunden – Miriam und Dominik aus Düsseldorf schließen ihren Thailandurlaub gemeinsam mit uns in der riesigen Stadt ab (5,6 Millionen Einwohner).

Da die beiden jedoch erst abends in ihrem Hotel sein werden, haben wir den halben Tag noch alleine – wir wollen natürlich die Entdeckungen nicht vorweg nehmen und so verbringen wir die paar Stunden in einem Cafe. Eventuell sind wir auch zu faul, um bei der Hitze durch Singapur zu laufen – wer weiß das schon? Erneut werden Flüge und weitere Unterkünfte gebucht, sowie das kulinarische Angebot und der Kaffee ausgekostet.

Gegen 18 Uhr treffen wir unsere neuen Reisekumpanen in ihrem Hotel an und sind zugegebenermaßen neidisch auf das saubere und große Zimmer mit eigenem Bad. Man bekommt eben, wofür man bezahlt – wir haben natürlich so wenig wie möglich ausgegeben und leben jetzt mit den Konsequenzen.
Zu viert machen wir uns auf den Weg Richtung Little India, in welchem wir zunächst die Reiseleitung übernehmen und ein wenig durch die Gassen führen. Wir enden im indischen Hawker Center (Foodcourt), das wie das ganze Stadtviertel relativ authentisch wirkt. Das gilt jedoch auch für die Hygiene und so läuft uns kurzerhand eine Kakerlake während des Essens fast über unsere Füße. Das Essen ist dennoch lecker und wir probieren uns durch die verschiedenen Stände. So etwas kann uns nicht mehr schocken.

Der Abend und Start in unsere kurze gemeinsame Reise wird angemessen in einer kleinen Bar begossen. Dafür hatten wir uns zwar einen Laden rausgesucht, verlaufen uns jedoch leicht. Und wo landen wir? Zufällig in der Nähe der Haji Lane, welche uns bereits am Vortag sehr zugesagt hatte.

Die Bierpreise sind übrigens auch nicht von dieser Welt (normales Bier um die 10 Euro), wir finden jedoch ein relativ gutes Angebot, bei dem wir nicht verarmen.

18.04.

Heute heißt es Sightseeing bis zum Umfallen! Auf dem Plan stehen die berühmten Gardens by the Bay, eines der “Must-Dos” in Singapur. Unter anderem befinden sich dort die zwei enormen Glaskuppeln, in denen verschiedene Klimazonen erzeugt und die jeweiligen Vegetationen gezeigt werden. 

Während im “Flower Dome” (im Guinness-Buch der Weltrekorde als größtes Glasgewächshaus) europäische, afrikanische und amerikanische Pflanzen und Bäume zu finden sind, wird im “Cloud Forest” anhand eines 35 Meter hohen Turms die Vegetation in den Tropen auf verschiedenen Ebene nachgestellt. Ein Wasserfall darf dort natürlich auch nicht fehlen (logisch, oder?). Ein schöner Ort für Bilder, aber dafür wäre ein SD-Karte in der Kamera hilfreich. Genau dort liegt dann unser Fehler. Zum Glück haben wir Dominik und seine Profi-Ausstattung dabei. Somit sind viele der folgenden und und in diesem Beitrag verwendeten Bildern freundlicherweise von ihm gesponsort worden. Vielen Dank an dieser Stelle!

Alles sehr eindrucksvoll und definitiv den Besuch wert. Am wertvollsten daran ist unserer Ansicht nach eine kleine Ausstellung am Ende des “Cloud Forest”, in der auf die Folgen des Klimawandels eingegangen wird. Ein eindrucksvoller Kurzfilm zeigt anhand einer fortlaufenden Jahreszahl und einer steigenden Gradzahl, die für die Erderwärmung steht, mit welchen Konsequenzen die Menschheit zu rechnen hat. Der Zeitpunkt des totalen Korallensterbens kann anhand der Gradzahl ebenso genau angegeben werden wie das Verschwinden der meisten Arten.

Die Ausstellung nimmt zwar nur ein paar Minuten in Anspruch, dennoch hinterlässt sie zumindest bei uns einen bleibenden Eindruck. Viele andere Touristen durchqueren die weiteren Kurzfilme und Informationstafeln ohne auch nur einmal stehen zu bleiben. Schade, dass diese Thematik immer noch nicht bei allen Menschen angekommen zu sein scheint, obwohl sie jeden einzelnen davon betrifft.

Die Ausstellung ist gleichzeitig Werbung für Singapur, denn die Stadt versucht so umweltfreundlich wie möglich zu agieren und ist in vielerlei Hinsicht ein Vorbild oder sogar Vorreiter in dieser Disziplin. Die gewaltigen Energiemengen für die beiden eben besichtigten Gewächshäuser werden so beispielsweise durch die sogenannten Super Trees erzeugt – 25 bis 50 Meter hohe pflanzenbewachsene Stahlgerüste mit folgenden Funktionen: Aufzucht seltener Pflanzen, Stromerzeugung mittels Photovoltaik, Sammlung von Niederschlägen zur Bewässerung, Kühltürme.

Ein weiteres Beispiel für Nachhaltigkeit

Zudem sind sie jeden Abend Schauspiel für ein Lichterspiel, das etliche Touristen aus ganzer Welt anlockt. Mit Musik hinterlegt leuchten die verschiedenen Türme 15 Minuten passend zur Musik – was das wiederum mit Energieeffizienz zu tun hat, bleibt mir schleierhaft. Hoffentlich erzeugen die Türme auch für dieses Spekatakel genügen Energie tagsüber.

Das Spektakel bei Nacht

Nach fast 14 Kilometern laufen neigt sich der Tag dem Ende zu und wir suchen eines der schicksten Hawker Centern auf, welches bekannt für seine Hähnchen-, Rind- und Garnelen-Spieße ist.

Wir bestellen die erste Fuhre und siehe da, es schmeck (was auch sonst?). Leider ist die Menge nicht ausreichend, weswegen wir uns vornehmen, noch eine Kleinigkeit an einem anderen Stand zu bestellen. Aber nicht so schnell! Am Tisch neben uns hinterlassen ein paar Asiaten eine große Platte mit unberührten Spießen – nach kurzer Überlegung und Diskussion steht dieser Teller auf unserem Tisch und wir können uns kostenlos satt essen. Die Spieße wären sonst ziemlich sicher im Müll gelandet und so haben wir zumindest einen kleinen Teil für die Umwelt getan. (Auch wenn natürlich Fleisch essen an sich auch klimaschädlich ist, aber ein Schritt nach dem anderen.)

19.04.

Sightseeing Part 2! Puh… zumindest bei mir lässt die Motivation deutlich nach, die Stadt zu erkunden. Es ist mir persönlich zu laut, zu warm und einfach zu viel Stadt am Stück. Rein objektiv betrachtet handelt es sich um eine tolle Metropole, aber ich sehne mich eher nach etwas Ruhe. 

Meiner Meinung nach darf auch bei den Berichten nicht fehlen, wie streng alles in Singapur ist. Kaugummis sind generell verboten, genauso wie die Straße an einer nicht gekennzeichneten Stelle zu überqueren. Erstmal keine großen Dinge und nur zwei kleinere Beispiele, aber da hört es bei Weitem nicht auf. Homosexuelle Handlungen unter Männern sind in Singapur schlichtweg illegal und werden mit Gefängnisstrafen geahndet. Männer, die ihre Visazeit überschreiten, können sogar zur Prügelstrafe verurteilt werden. Eine moderne Stadt trifft auf sehr, sehr fragwürdige Werte und so rückt die Stadt auch manchmal dank dieser Regeln für uns in ein anderes Licht.

Aber zurück zu unseren Erlebnissen, denn davon gibt es am heutigen Tag natürlich auch welche. Wir erkunden Chinatown, verweilen ein wenig in einer Bar, um die Mittagshitze zu umgehen, und suchen am Ende vom Tag das Wahrzeichen von Singapur auf: den Merlion. Hatte ich vorher auch noch nie gehört, aber es handelt sich wohl um ein Fabelwesen, welches zu Hälfte Löwe und zur Hälfte Fisch ist. Wer sich das ausgedacht hat, hatte auf jeden Fall eine blühende Fantasie. Zu Gesicht bekommen wir die Statue übrigens nicht – Wartungsarbeiten verhüllen das arme Tier, das wahrscheinlich weder am Land noch im Wasser überleben würde (jetzt geht wiederum meine Fantasie mit mir durch).

Das Abendessen nehmen wir erneut im selben Hawker Center zu uns wie gestern, jedoch dieses Mal keine Spieße (das war dann wohl doch zu viel am Vortag). Dafür finden wir einen einladend aussehenden Thailändischen Stand – belohnt werden wir mit einem äußerst leckeren Curry.

Auch heute sind wir wieder etliche Kilometer durch die Stadt gewatschelt und somit ist dies unsere letzten Tag am heutigen Tag. Miriam und Dominik verabschieden wir, weil sie ihren letzten Abend des Urlaubes in einer schicken Skybar ausklingen lassen wollen, für die unser Budget leider nicht ausreicht. Die dort entstandenen tollen Bilder stelle ich jedoch gerne zur Schau und daher nochmal danke für das teilen.

Die Super Trees von oben

20.04.

Zeit für einen Kaffee ist immer. Vor allem wenn der Flug drei Stunden Verspätung hat und wir somit unerwartet mehr Zeit in Singapur haben. Die Info über die Verschiebung haben wir glücklicherweise bereits am Vortag erhalten und so treffen wir uns auf ein letztes Heißgetränk und auf ein Frühstück nochmals wieder.

Von dort geht es erneut per U-Bahn zum Flughafen. Um von der Haltestelle zu unserem Terminal zu kommen, müssen wir 10 Minuten mit dem Flughafenbus fahren – alles irgendwie eine Nummer größer hier. Irgendwo auf dem Gelände soll es zudem den größten Indoor-Wasserfall der Welt geben. So etwas braucht ein Flughafen nämlich unbedingt! Wir nehmen die Suche nicht auf uns, sondern warten dafür bei einem Lunch auf unseren Flug. Das Essen erhalten wir kostenlos von der Fluggesellschaft als Entschädigung – gar kein schlechter Kundenservice, würde ich mal behaupten.

Kurz darauf heißt es dann erneut Abheben und wir befinden uns auf dem Weg in ein weiteres neues Land.

Schreibe einen Kommentar