Start auf der Nordinsel – Wellington und eine 20 km Wanderung [NZ]

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26.01. & 27.01.

Andere Insel, selbes Land: wir sind auf der Nordinsel angekommen und starten hier erstmal in der Hauptstadt Neuseelands, in Wellington.

Auf der Cuba Street trinken wir einen Kaffee und beobachten Leute. Auf der Straße geht es sehr international zu und von allen kulinarischen Erlebnissen ist was dabei. Wir halten uns dennoch zurück (Geld sparen) und belassen es bei einem Kaffee (muss ja nicht übertrieben werden mit dem Sparen).

Von der Cuba Street geht es zum Nationalmuseum, das Te Papa. 5 Stockwerke mit verschiedenen Ausstellungen und einem nicht ganz so übersichtlichen Plan zu Dank, verlieren wir ein wenig die Orientierung. Dennoch begutachten wir ein paar Interessante Ausstellungen zu Themen wie der Bevölkerung Neuseelands, dem Schaden, der durch Einwanderung westlicher Entdecker entstanden ist (Abholzung, Sterben heimischer Tierarten, usw.), und weitere Maori spezifische Darstellungen. Alles in allem recht spannend, auch wenn wir keine typischen Museumsgänger sind. 

Von Wellington geht es nach der Aufstockung des Proviants weiter nach Norden, Richtung Tongariro Nationalpark. Die Strecke ist tatsächlich nicht so spannend und wir machen daher fleißig Kilometer mit wenigen Stopps – auch mal ganz schön!

Einzig spannend ist, dass wir glauben, etwas Luft im rechten Vorderreifen zu verlieren. An der Tankstelle pumpen wir diesen daher auf und werden nun öfter checken, ob der Druck noch ausreichend ist. Beim Ölstand ist zum Glück alles gut. Der Kleine läuft und läuft also, ohne sich irgendwie zu beschweren. 

28.01.

5:55 Uhr – irgendwas piepst viel zu laut neben meinem Kopf.

6:00 Uhr – da ist es schon wieder! Neben mir bewegt sich zudem etwas und es scheint Kaffee zu kochen.

Ich frage mich, ob es surfen geht oder warum so verdammt früh (es ist dennoch bereits hell) der Wecker klingelt. Allmählich dämmert mir, dass wir heute 20 km (!) wandern wollen.. auf einen Vulkan.. auf fast 2.000 Meter. Da ich nicht surfen gehe, streikt mein Körper noch und wehrt sich vehement! Zum Glück hat Katrin Kaffee gekocht und die Bestechung des Körpers glückt so halbwegs. Gepackt haben wir bereits gestern, also schon mal weniger zu tun jetzt. 

Nach einem ausgiebigen Frühstück, was natürlich um diese Uhrzeit eine Qual ist (anständiges Frühstück hat man gefälligst ab 11 Uhr zu essen – frühstens!), fährt ein Shuttle uns um 7 Uhr zum Startpunkt der Wanderung. 

Eckdaten des Tongariro Alpine Crossing:

  • 19,4 km Länge
  • Von 1.100 m Höhe auf 1.900 m und dann runter auf 700 m
  • Diverse Warnschilder, die darauf hinweisen, dass es sich um eine alpine (= anstrengende) Wanderung handelt
  • Die wohl schönste eintägige Wanderung in Neuseeland

Der Weg führt am Schicksalsberg und Mordor (Herr der Ringe) vorbei – Frodo (ebenfalls Herr der Ringe) wäre also Stolz auf uns. Nur die Sache mit dem Ring passt nicht so ganz, aber da kann man auch ein Auge zudrücken!
Der Schicksalsberg heißt tatsächlich Mount Ngauruhoe und ist mit 2.287 Metern Höhe der höchste im Nationalpark. Ihn sehen wir die meiste Zeit der Wanderung über. Wir wandern am danebengelegenen Mount Tongariro entlang, der immerhin 1.967 Meter vorweisen kann. 

Wir passieren mehrere Krater, bunte Seen und diverse Hinterlassenschaften vorausgegangener Ausbrüche. Die Seen riechen übrigens nach Schwefel – eher bekannt als Geruch von faulen Eiern. Die unglaubliche Landschaft macht dies aber schnell vergessen und wir können bestätigen, dass es sich um die schönste eintägige Wanderung in Neuseeland handelt (auch wenn wir keine andere gemacht haben, aber das ist Nebensache).

Der Track ist zwar relativ voll, aber nicht übertrieben. Wir müssen zum Teil eine Strecke von 200 Meter nach relativ steil unten über loses Geröll, was also eher einem Rutschen entspricht, bei dem man auch mal leicht den Halt verliert. 
Sind zu Beginn kurze Hose und Shirt angebracht, müssen wir uns oben trotz Sonne bei 11 Grad dicker einpacken. Vor allem der Wind macht uns hier etwas zu schaffen, aber wir sind ausnahmsweise mal gut vorbereitet und frieren daher nicht – ist ja auch eh viel zu anstrengend, um Kälte zulassen zu können.

Ein bisschen Schade ist, dass alle Highlights auf den ersten 10 Kilometern der Strecke liegen. Danach geht es auf den verbleibenden 10 km nur noch 1.000 Meter bergab und das zieht sich! Vor allem bei 28 Grad, die es dort mittlerweile hat.

Nach 6,5 Stunden kommen wir völlig geschafft, aber stolz und glücklich an einem weiteren Parkplatz an, wo wir wieder eingesammelt und zur Unterkunft kutschiert werden.

Wir sind zwar gegen 15 Uhr wieder am Campingplatz, sind aber zu mehr oder weniger zu nichts mehr in der Lage (Ausnahme: Duschen und Essen). Ein kühles Bier bleibt uns leider ebenfalls verwehrt, da diese im Shop nicht verkauft werden und die nächste Bar definitiv zu weit weg ist (mehr als 2 Minuten laufen). Dafür genehmigen wir uns ein Eis zur Feier des Tages. Danach geht es nur noch früh ins Bett mit der Hoffnung, dass wir uns morgen noch bewegen können. 

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