Surfen in indonesischen Wellen [INDO]

Surfen in indonesischen Wellen [INDO]

27.02.

Dieser Bananenpancake ist der absolute Wahnsinn! Das Frühstück in Summe überragend. Der Kaffee ist etwas gewöhnungsbedürftig, da er ungefiltert serviert wird – heißt der Kaffeesatz ist noch am Boden der Tasse, was ich beim letzten Schluck zu schmecken bekomme. Das Getränk trägt den Namen Lombok Kaffee und ist bis auf diese kleine Eigenheit dennoch lecker und wirksam. 

Nun heißt es dick mit Sonnencreme versorgen, bevor es mit den bereit gestellten Rollern inklusive Surfboardhalterung zum Surfshop geht. Nach der Boardauswahl (6’6 Funboard) fahren wir (Joscha und ich) zum etwa 20 Minuten entfernten Surfspot: Are Guling. Die Welle bricht über einem nicht sehr scharfen Riff, was sie zum einen deutlich berechenbarer macht, zum anderen muss man eben dennoch besser aufpassen sich nicht zu verletzen.

Weiterhin bricht die Welle relativ weit draußen auf dem Meer, was entweder ein langes Paddeln erfordert oder in unserem Fall eine kurze Fahrt per Boot. Unser Surfguide Midu erklärt uns die weiteren Eigenschaften der Welle und lotst uns relativ verlässig zu den richtigen Punkten für den Start der Wellenritte. Wir haben also unseren Spaß und werden mit jedem Ritt selbstbewusster. Glücklicherweise ist es im Wasser auch ziemlich leer, sodass wir mehr Platz und Wellen für uns haben.

Nach etwa 2 Stunden im Wasser setzt das Boot uns wohlbehalten am Strand ab. Zur Hydrierung bestellen wir eine Kokosnuss, die extra für uns gepflückt wird. Der Jüngste der anwesenden Einheimischen wird dafür kurzerhand losgeschickt und da immer der Ältere das Sagen hat, bleibt ersterem auch gar keine andere Wahl.

Mit schlaffen Muskeln und leicht verbrannter Haut treffen wir die Mädels in unserer Unterkunft am Pool wieder, der trotz des warmen Wassers eine angenehme Abkühlung bietet. Die kurze und wohlverdiente Pause gibt uns neue Kraft und wir können zu viert etwas die Insel erkunden. Dazu fahren wir Richtung Osten und landen durch Zufall am Strand Tanjung Aan – es reihen sich Restaurants und Bars über den ganzen Strand aneinander. Wir werden alle paar Schritte erneut angesprochen. Viele “Weiße” sehen wir nicht.

Wie im Wasser, im Ort Kuta selbst und nun auch am Strand stellen wir fest, dass es kaum Touristen zu geben scheint. Die Infrastruktur lässt jedoch vermuten, dass es hier auch andere Zeiten gab. Der Grund für das alles ist das im August 2018 statt gefundene Erdbeben. Im Norden der Insel gab es leider auch Tote und viel Zerstörung, im Süden der Insel, wo wir uns befinden, hat lediglich die Erde ein wenig gewackelt. Dennoch sind seitdem viele Touristen weggeblieben. Uns gefällt es hier dadurch, für die Einheimischen sind dies natürlich schlechte Nachrichten.

Lange verweilen wir nicht am Strand, denn die Sonne brennt und unser Pool klingt deutlich verlockender (Schatten!). Zudem wartet ein neues Restaurant auf uns – nach Möglichkeit wollen wir uns jeden Tag durch eine andere Lokalität futtern. Der Fokus bei der Auswahl liegt auf so günstig und gut wie möglich – die Mahlzeiten kosten entsprechend zwischen 1 und 3 Euro. Es handelt sich zwar um kleinere Portionen, bei den Preisen kann man dafür dann aber auch gern mal 3 Gerichte für 2 Personen bestellen.

Typische Küche umfasst hier Curries, Nasi Goreng (gebratener Reis mit Gemüse, Ei und Hähnchen) und Mie Goreng (wie Nasi nur mit Nudeln). Wir probieren uns so ziemlich durch alle Gerichte und Variationen und befinden: es schmeckt eigentlich immer!

28.02.

Nach längere Zeit ohne richtigen Sport bzw. Surfen zeigt uns unser Körper heute den Vogel, als wir erneut surfen gehen. Selbst die weiterhin fantastischen Bananenpancakes verschaffen uns keine Wunderheilung und so sind Joscha und ich mit etwas weniger Energie im Wasser. Es ist zudem etwas voller und so wird es kein mit gestern vergleichbarer Surf. Das Highlight heute ist eher ein Junge von den Locals, der bei jeder erwischten Welle (es sind übrigens sehr viele) in Freudenschreie ausbricht und grinsend an uns vorbei surft. Der Kleine surft auch nur die mit Abstand höchsten Wellen und hat augenscheinlich einen riesen Spaß dabei – wir freuen uns für ihn und noch viel mehr, als wir unsere müden Körper aufs Boot und zurück zum Strand schleppen.

Aufgrund des Morgens entscheiden wir uns, am nächsten Tag eine Pause einzulegen und dem Körper die nötige Regeneration zu gönnen. Das Mittag füllt zu diesem Zweck erstmal die Energiereserven auf – für ganze 2 Euro pro Person. Der darauf folgende Mittagsschlaf am Pool ist zudem die weitere und logische Konsequenz.

Die Erholung tat uns gut und so können wir am Nachmittag sogar noch eine gemeinsame Rollertour zu viert unternehmen. Gestern nach Osten und heute heißt es entsprechend: Richtung Westen und Sonnenuntergang. Die Recherche der Mädels führt uns zum Strand Selonk Belanak. Auf dem Weg passieren wir Reisfelder, Dschungel und sichten ein paar Affen, die in Baumkronen am Straßenrand sitzen.

Bei Saft und anderen Kaltgetränken genießen wir gemeinsam mit einer Herde Kühe oder Wasserbüffel (eins von beidem auf jeden Fall) den Sonnenuntergang. Auch hier sind wenige Touristen zu finden übrigens. Ein paar versuchen sich im Surfen, aber die Bedingungen sind eigentlich für niemanden surfbar aufgrund der fast nicht vorhandenen Wellen – wenigstens die Einheimischen verdienen ein wenig Geld damit, denke ich mir.

Der Rückweg wird dann ungewollt etwas abenteuerlicher. Da es nun dunkel ist, sind etwa 5,2 Milliarden (grobe Schätzung) Mücken und andere fliegende Tiere ebenfalls auf den Straßen unterwegs. So wie ich mich morgens kenne, sind sie wohl auch nur auf der Suche nach Kaffee und deswegen etwas schwerfällig – für sie hat das jedoch deutlich weitreichendere Folgen. Das Ende vom Lied ist, dass durchgehend kleine Tierchen ins Gesicht fliegen bzw. an Armen und Oberkörper abprallen. Katrin versteckt sich soweit es geht hinter mir auf dem Roller, aber auch sie bleibt nicht verschont. Wenigstens kann sie noch Fragen formulieren – ich traue mich nicht meinen Mund zu öffnen und kann daher nur noch mit Nicken oder Kopfschütteln antworten.

Erfreulichere Bekanntschaft machen wir auf der Rückfahrt mit einer großen Gruppe weiterer Affen, die vor uns die Straße überqueren. Spannend, was alles innerhalb einer 30-minütigen Rollerfahrt passieren kann und für Indonesien anscheinend ganz normal. Wir genießen es und haken die Begegnung mit den Insekten als “Besichtigung der lokalen Tierwelt” ab.

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