Zurück im Salzwasser, zurück in Kuta Lombok [INDO]

Zurück im Salzwasser, zurück in Kuta Lombok [INDO]

02.03.

Die Suche nach dem heutigen Surfspot nimmt etwa eine Stunde in Anspruch – gut, dass wir gestern nicht so viel Roller gefahren sind. Der Spot der ersten beiden Tage weist heute keine guten Wellen auf und auch die nächste Alternative sieht nicht wirklich vielversprechend aus. Also geht es zum Strand Mawi, wo die Wellen zwar klein, aber dennoch nach Spaß aussehen.

Zur Abwechslung nehmen wir nicht das Boot, sondern können ein kurzes Stück rauspaddeln, um uns hinter den brechenden Wellen zu positionieren. Wir haben hier die Wahl sowohl nach links als auch nach rechts zu surfen. Diesen Luxus lasse ich mir nicht nehmen und wähle die für mich einfachere Variante: nach links. Joscha schließt sich mir an, Midu nicht. Unser Surfguide bleibt einige Meter entfernt von uns und wir hören die ganzen zwei Stunden im Wasser so gut wie nichts von ihm. Das ist zwar eigentlich nicht Sinn der Sache, aber uns tatsächlich ganz recht, da wir so mehr Möglichkeiten haben, selber Erfahrungen zu machen und eigene Entscheidungen zu treffen.

Die Kokosnuss nach dem Surfen ist fast schon obligatorisch und erfrischt ungemein. Midu bittet uns beim Trinken darum, nicht zu erwähnen, dass wir an einem anderen Strand als an den Tagen davor waren. Hintergrund: am anderen Strand wären wir mit dem Boot rausgefahren, was Geld kostet. Dieses kann er sich somit einstecken. Da wir kein Problem damit haben, Geld in lokale Hände fließen zu lassen (und sowieso nicht gefragt werden), macht uns das ebenfalls nichts aus.

Mit den Mädels gemeinsam geht es nach einer entspannten Zeit am Pool (ebenfalls obligatorisch) zum Mittagessen und wir genießen das bisher beste Essen in Indonesien. Scharfes Rind mit Gemüse und in Bananenblättern gekochte Meeresfrüchte – hört sich nicht nur toll an, schmeckt auch!

Das Essen bleibt jedoch nicht die einzige Belohnung an diesem Tag, denn wir gestatten uns auch noch jeder eine Massage. Das Studio liegt in einem edel wirkenden Hotel, zur Begrüßung wird Gurkenwasser serviert, wir dürfen den Geruch des Massageöls auswählen (Lavendel) und so weiter und sofort. Es ist edel!

Die Einrichtungsdetails sind stimmig, die geschaffene Atmosphäre einmalig. Die Massage an sich, wenn wundert es, überragend – vor allem, weil wir für ein paar Minuten eine Lachpause einlegen müssen. Joscha und ich werden quasi nebeneinander massiert und aufgrund eines kleinen Versprechers von einer der Masseurinnen, prusten wir mehr oder weniger drauf los. Da sich immer nur drei von vier Personen für einen sehr kurzen Zeitraum zusammen reißen können, hält das lustige Trüppchen nie lange ohne Lachen durch. Ein kleines Kichern eines der Beteiligten reicht in der Regel aus und der ganze Raum ist erfüllt von schallendem Gelächter. Einfach nur herrlich!

Lachen ist bekanntlich gesund und in Kombination mit der Massage haben wir unseren Körpern wohl gerade die größte Wohltat aller Zeiten gegönnt. Den Abschluss bildet ein Ingwertee und zwei Kekse, die wir genießen, während die Mädels nach uns auf ihre Massagen warten. Der Preis für dieses Erlebnis beträgt übrigens 12 Euro – einfach unfassbar!

03.03.

Are Guling von oben


Joscha und ich sind zurück an unserem “Home-Spot” Are Guling. Die Wellen sind deutlich besser im Vergleich zu gestern, die Körper wie neu geboren und die Motivation auf einem Allzeithoch. Midu scheint das nicht so zu sehen und wirkt nicht ganz bei der Sache – Alkohol am gestrigen Abend ist wohl die logische Erklärung. Die Tipps, die wir erhalten, sind in der Regel kontraproduktiv und würden auch gegen jegliche Surfetikette verstoßen. Daher sind wir sehr dankbar, als er sich mehr um den heute dazu gestoßenen dritten Surfschüler im Wasser kümmert und wir auf unsere Intuition hören können. Klappt besser, macht mehr Spaß und der Surfschüler, der noch völlig am Anfang steht, profitiert auch davon – alle gewinnen.

Beim Schlendern durch Kuta bleiben wir in einem Cafe hängen, das uns aufgrund seiner Einrichtung anspricht. Auch die vorhandene Siebträgermaschine könnte einen Einfluss auf unsere Entscheidung gehabt haben, dort ein wenig zu verweilen.

Der Kaffeegenuss dauert seine Zeit, nach dessen Ende treibt es uns jedoch (ausnahmsweise) in Richtung Pool. Es herrscht zwar angeblich Regenzeit in Indonesien, das hat aber wohl noch niemand dem Wetter erzählt. Seit wir gelandet sind, hat es einmal in der Nacht geregnet und es ist dafür zudem immer heiß. Beschweren werden wir uns sicher nicht über diese Umstände, zumal wir immer neue Aktivitäten im Pool entdecken – beispielsweise die zukünftige olympische Sportart Unterwasserbotscha (wer kennt es nicht?).

Der Abend ist Routine und besteht zum Großteil aus essen und Karten spielen – mehr braucht es auch gar nicht. Die Mädels genießen nämlich die Entspannung und die Jungs sind nach dem Surfen sowieso zu keinen weiteren großen Taten in der Lage.

04.03.

Das beste kommt zum Schluss. Heutiger Surfspot: Tanjung Aan. Laut Midu sind die Wellen an den anderen Orten schlichtweg zu hoch. Aufgrund der letzten Tage haben wir mittlerweile die nötige Fitness wieder aufgebaut und auch das notwendige Selbstvertrauen erlangt. So wird es der bisher beste Tag im Wasser für sowohl Joscha als auch für mich. Wir surfen unsere bisher besten und längsten Wellen und feiern dabei entweder den jeweils anderen oder eben sich selbst.

Auf dem Weg zu den verschiedenen Surfspot ist uns eine Höhle am Straßenrand aufgefallen, die wir am Mittag besichtigen wollen. Es handelt sich um eine Fledermaushöhle (Bat Cave), die ebenfalls bekannt ist für ihre schönen Lichtverhältnisse. Dies muss natürlich ausgenutzt werden (lass ich mir sagen) und mit diesen Worten folgt nun unter anderem zur Abwechslung mal ein romantisches Bild.

eben den zugegebenermaßen schönen Bildern, muss man leider erwähnen, wie bestialisch es in der Höhle stinkt. Die Hunderten Fledermäuse haben wohl noch nichts von einer funktionierenden Kanalisation gehört. Zu dem Geruch gesellen sich unzählige Krabbelviecher – klingt nicht so gemütlich, ist es auch nicht. Wir verlassen somit relativ schnell wieder den Ort über die nicht sehr vertrauenweckende Holzleiter. Etwas später werden wir erfahren, dass in der Höhle auch mehrere Meter lange Schlangen leben – diese haben wir jedoch leider (andere werden sagen “glücklicherweise”) nicht zu Gesicht bekommen.

Viel gibt es sonst tatsächlich nicht zu berichten und entsprechend kurz ist der heutige Tagesbericht. Der einzig verbleibende Punkt hat natürlich was mit Essen zu tun, das wir über den Dächern von Kuta und vom Regenwald zu uns nehmen. Die Aussicht auf das lieb gewonnene Städtchen ist traumhaft. Und da wir gerade beim Thema sind: der Nachtisch in unserer Dessertbar von vor ein paar Tagen ebenfalls.

Kuta Lombok, wir werden dich vermissen!

Schreibe einen Kommentar