Zweite Chance für Canggu – Surfen und Shoppen auf Bali [INDO]

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20.06.

Da sind wir also wieder in Canggu, mitten in der Hipster Hauptstadt von Indonesien. Zum Glück können wir uns soweit es geht aus dem Trubel heraus halten und nur die Sachen erledigen, die wir geplant haben.

So finde ich mich am morgen gegen sieben Uhr bereits im Wasser. Surfboard und Roller mit entsprechender Halterung haben wir bereits am Vorabend organisiert. Genau wie ein kleines Frühstück in Form von Schokobrötchen und Cold Brew Coffee in der Flasche – letzteres schmeckt überraschend gut und macht zudem natürlich auch entsprechend wach. 

Die Bucht von Canggu ist weniger geschützt als auf Lembongan, was bedeutet, dass der Ozean hier mit voller Energie seine Wellen Richtung Küste entsendet. Konsequenz: alle 15 bis 30 Minuten rollen Brecher von etwa drei Meter rein, die nur eine Art Schlachtfeld von Surfern hinterlassen, die durch Tauchen versucht haben nicht mitgerissen zu werden. Ich mitten drin. Also schnell wieder aufs Board und in den sicheren Bereich paddeln, wo die Wellen nicht brechen. Kennt man die Situation, ist sie wenig gefährlich, denn im schlimmsten Fall drücken die Wellen einen etwa fünf Sekunden unter Wasser. Behält man am Anfang die Ruhe, kann man entspannt wieder auftauchen, sobald die Welle über einen drüber gerollt ist. Vorher ist dies aufgrund der Wassermassen nicht möglich und man kann wenig gegen den Spülgang in der Waschmaschine unternehmen. 

Als die größten Wellen des Morgens heran rollen, werden selbst die erfahrensten Surfer durchgespült – so etwas habe ich selten erlebt. Viele Surfer finden sich danach sehr nah am Strand wieder und müssen erneut den weiten Weg hinter die Wellen auf sich nehmen. Zwischen den beschriebenen Wasserbergen versuche ich mich darin, ein paar kleinere Wellen (um die zwei Meter schätzungsweise) zu surfen, was ebenfalls keine kleine Herausforderung ist. 

Nach gut zwei Stunden im Wasser gebe ich erschöpft auf und mache mich auf den Rückweg zur Unterkunft, wo Katrin bereits auf mich wartet.

Ab jetzt heißt es Shoppen, nachdem wir uns mit einem ordentlichen Frühstück gestärkt haben. Deko, Mitbringsel und ein neues Kleid wandern in den Warenkorb – also ein erfolgreicher Tag für uns beide. 

Die Freude über das neue Kleid ist wohl deutlichst sichtbar – völlig zurecht!

Leider können wir einen Punkt auf unserer kleinen Liste nicht abhacken: Wir wollen eine sogenannte Plastic Bank aufsuchen, finden den Standort aber leider nicht bzw. gehen davon aus, dass die Filiale noch nicht eröffnet ist. Was ist eine Plastic Bank? Ich habe davon vor kurzem gehört und bin begeistert von dem Konzept. In der Bank können Einwohner Plastikmüll abgeben und erhalten dafür Gutscheine für Ausbildung, Essen oder sonstige Dinge, die die arme Bevölkerung dringend benötigt. Das Plastik wird von der Plastic Bank analysiert und bewertet und im Nachhinein an Konzerne verkauft, die es recyceln und erneut für Verpackungen verwenden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bekämpfung der Armut, Reduzierung von Plastikmüll in solchen Ländern, die aufgrund ihrer sozialen Strukturen keinen Fokus auf den Müll legen können (jemanden, der in einer Wellblech-Hütte lebt, wird es wohl kaum interessieren, ob das Plastik auf der Straße oder im Meer landet), sowie Vermeidung von neuem Plastik, denn die Konzerne können bereits vorhandenes Plastik wiederverwerten.

Der ereignisreiche Tag neigt sich dem Ende zu und so beginnt der letzte Abend in Indonesien und der vorletzte der gesamten Reise. Wir kehren in einem Restaurant ein, das sowohl leckere Satay Spieße (Huhn, Rind und Thunfisch mit Erdnusssoße) als auch Shisha anbietet. An diesem Abend lassen wir es uns mal wieder äußerst gut gehen und versuchen die vergangen sechs Monate irgendwie in Worte zu fassen und zu rekapitulieren. Eine wahnsinnig schöne Zeit neigt sich so dem Ende zu, genauso wie der entspannte Abend.

21.06.

5:30 Uhr: Der Wecker klingelt und ich stehe langsam aber relativ unbeschwert auf. Draußen ist es noch dunkel, denn die Dämmerung lässt noch etwas auf sich warten. Es ist der letzte Morgen am Meer und ich muss nochmal ins Wasser zum Surfen. Der Cold Brew Coffee weckt die müden Zellen auf und lässt mich halbwegs fit werden.

6:15 Uhr: Die Dämmerung hat eingesetzt und ich befinde mich als einer der ersten Surfer draußen im Wasser. Das Meer hat die letzte Müdigkeit hinfort gewaschen und ich sitze voller freudiger Erwartung auf meinem Surfboard. Eine Welle rollt genau auf mich zu, ich paddel und springe auf mein Board – was ein Ritt! Das frühe Aufstehen hat sich nur aufgrund dieser einen Welle völlig gelohnt und ich paddel mit dem breitesten Grinsen im Gesicht zurück hinter die Wellen. 

7:45 Uhr: Erneut rollt eine Welle auf mich zu (heute sind sie kleiner als gestern). Ich beginne zu paddeln… genau wie etwa 10 andere Surfer. Ich ziehe zurück und etwa fünf Personen stehen auf und fahren sich fast gegenseitig über den Haufen. Es ist viel zu voll geworden und die Chance eine Welle zu erwischen ist minimal. 

8:15 Uhr: Ich sitze auf dem Roller, bringe das Surfboard zurück und danach den Roller selbst. So endet die Zeit in Indonesien also symbolisch mit der Rückgabe des treuen Gefährten, der uns in so vielen Ländern begleitet hat (Indonesien, Laos, Taiwan, Philippinen).

9:00 Uhr: Das Taxi erwartet uns und bringt uns unversehrt zum Flughafen. Dabei stehen wir in diversen Staus, die typisch für Bali sind. Es handelt sich doch nach wie vor um eine Touristenhochburg, wie auch die Menschenmassen beim Surfen gezeigt haben. 

12:00 Uhr: Der Flieger rollt auf die Startbahn und wir heben ab Richtung Thailand, wo wir die letzte Nacht verbringen, bevor es morgen in den Flieger zurück in die Heimat geht. 

Danke Indonesien, es war wie immer eine Ehre! 

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